Pappel

Eine Erzaehlung ueber Baeumen

Geschrieben im Bewusstsein für die Bäume

von Are Thoresen Med. Vet.

Tierarzt Akupunkteur Homöopath Agronom.
Pappel: Eine Erzaehlung ueber Baeumen - Titelseite

Für alle die versuchen zu verstehen

Photo Pappel buch interior

1. Teil

Wie ich der Pappel das erste Mal begegnete


Langsam kam mein Bewusstsein wieder zurück

Ein Lichtstreif, ein oranger Schein der stirbt

Der Hauch eines Duftes der im Abschied vibriert

Ich versuchte aufzuwachen.

Erinnerungen begannen langsam zu schmerzen

und stiegen wie Übelkeit in den Kopf

Alle die meinen Weg kreuzten,

Und mein Herz besuchten

Waren Wanderer, wie ich selbst,

karmische Pflichten erfüllend.

Der Tag verging und die Sterne wurden wie die Wolken verteilt.

Alle Wege die geschlafen hatten, begannen nach einer

neuen Ewigkeit zu lauschen.

Staubkörner wurden von den Fußspuren weggeblasen.


Das Frühstück war leicht zuzubereiten; Brot, Eier und ein Glas Tee.

So saß ich da, ein sogenannter Naturtherapeut in einer kleinen Stadt hoch im Norden, am Rande eines unendlichen Meeres.

Ich war gerade 30 geworden und hatte mich seit einigen Jahren als Naturtherapeut niedergelassen.
Die Patienten strömten herein, aber die eigentlichen Ergebnisse ließen auf sich warten. Die Ergebnisse die ich mir vorgestellt hatte. -- All die strahlenden, glücklichen, dankbaren und frisch geheilten Menschen und Tiere.

Es bekümmerte mich, dass der Prozentsatz der Heilungen nicht mehr als 40-50% betrug. Genau das, was man vom Placebo-Effekt erwarten konnte. Als ob das, was man unternahm, überhaupt keine Wirkung zu haben schien!
Es bekümmerte mich, doch ich behielt klugerweise meine Besorgnis für mich.

Ich konnte ja bei jedem zweiten Patient positive Wirkungen beobachten, und dies bescherte mir einen besseren Ruf als den, den ich erwartet hatte.

Das Gerücht, dass etwas geschieht, ist weitaus stärker als wenn überhaupt nichts geschehen wäre.

Ich ging hinaus in den Garten

Es war ein Morgen im Frühling. Die hellgrüne Farbe spiegelte sich in den Fenstern des Hauses. Einen Augenblick sinnierte ich darüber warum ich das Grün im Spiegelbild des Fensters betrachtete und nicht direkt. War es die Angst vor dem direkten Kontakt mit dem Leben?

Ein kühler Wind blies vom Meer herein, von diesem unwirtlichen Element. Es gab hier im Norden viele Patienten die Nierenprobleme hatten, die Spiegelung des „Wasser-Elements“. Die Unwirtlichkeit war also äußerlich und innerlich.

Die Felsenkette Børvasstindene schuf einen scharfen Horizont. Die niedrigen Birken versuchten sich nach den harten Winterwinden und Eislasten wieder zu erheben. Der Winter, der nie aufhörte zurückzukommen.

Nachdem ich da stand und über all das sinnierte, fiel mir ein, was Kierkegaard einmal erwähnte: Wiederholung ist Entwicklung…

In dem kleinen verwehten Garten wuchsen ein paar Johannisbeersträucher, ein paar niedrige verwundene Birken, eine Mischung irgendwo zwischen Polarbirken und Trauerbirken. Das Klima im Norden war nicht freundlich zu solchen Pflanzen.

Und so stand da die Pappel.

Alle waren niedrig, zierlich und verweht.

Ich hatte die Art dieses Baumes bestimmt und fand heraus, dass es sich um einen Vertreter Salicaceae (Weiden) handelte. Diese Familie wird Salicacae genannt weil viele ihrer Arten Salicylsäure enthalten und fiebersenkend wirken. Eine der Untergruppen dieser Familie ist Populus (Espe), in einer weiteren Untergruppe findet sich die Pappelfamilie. Mühsam hatte ich versucht die Art genauer zu bestimmen. Die Pappel hat einhäusige Blüten in langen hängenden Weidenkätzchen, und winzige leichte Samen die mit Hilfe der Samenwolle mit vom Wind verteilt werden. Man kann zwischen 35 Arten wählen. Unser gewöhnlichster Baum, die Espe, Populus tremula, gehört zum Geschlecht der Pappeln. Ansonsten haben wir keine wildwachsenden Arten in Norwegen. Eine Reihe von anderen Arten werden jedoch in Gärten und Parks gepflanzt, wie die Silberpappel (Populus italica), Kanadische Pappel (Populus canadensis), Virginiapappel (Populus virginiana) und mehrere Arten Balsampappeln. Anhand der Anzahl der Pollenstände und anderen Merkmalen kam ich zum Schluss, dass dieser Baum, der vor mir stand, das am nördlichsten wachsende männliche Exemplar der Silberpappel sein müsste. Wahrscheinlich irgendwann aus Heimweh von einem Italiener hier gepflanzt.

Danach bemühte ich mich noch mehr dieses verkümmerte, bemitleidenswerte, durchfrorene Exemplar eines Baumes zu hegen und zu pflegen.

Ich sehnte mich selbst nach meinem Zuhause, nach einem Freundlicheren Ort weiter im Süden.

Der Sommer ging und der Herbst kam.

Ich bin nach Süden umgezogen, in eine andere kleine Stadt am Rande eines Meeres, aber dieses Meer war nicht unendlich und die Umgebung war freundlicher.

Mit ins Umzugsgepäck packte ich die Silberpappel.

Meine Praxis war immer noch dieselbe.

Außer, dass der Prozentsatz der Heilungen gestiegen war, von 40% bis weit über 60%. Ich dachte darüber nach. Ich hatte wahrscheinlich mehr gelernt, mehr Routine. Aber ich setzte fort damit dasselbe zu tun, setzte dieselben Nadeln in dieselben Akupunkturpunkte, und verabreichte dieselben homöopathischen Präparate und Heilkräuter.

Eines Tages ging ich in den Garten und betrachtete den kleinen Baum den ich von den nördlichen grenzenlosen Regionen in denen der Wind das Meer über die Hausdächer blies, rettete. Ich blieb eine Weile stehen. Der kleine Baum, einst von den ewigen Winden des Meeres gebogen, hatte angefangen sich zu erheben, zu wachsen, stärker zu werden. Die silberne Farbe, einst kalt wie das Silber selbst, begann einen warmen Schimmer anzunehmen, wie die Unterseite von Himbeerblättern.

Einer plötzlichen Eingebung folgend, brach ich einen Zweig ab und nahm ihn mit ins Haus. Ich legte den Zweig in einen Topf, zusammen mit einem Stück Holzkohle, und ließ das Ganze mit einem halben Liter Wasser stehen und köcheln. Nach einer halben Stunde war das Wasser verdampft und die verkohlten Feststoffe lagen auf dem Boden des Topfes. Ich wusste nicht, was ich damit tun sollte, kratzte es aber in meine Hand.

Da fiel mir rein, ich könnte aus der Substanz ein homöopathisches Präparat herstellen.

Ich holte was ich benötigte aus meinem Büro. Es war nicht sehr viel. Etwas Alkohol, ein paar Fläschchen und ein in Leder gebundenes Buch. Es spricht nichts dagegen seine eigenen homöopathischen Mittel herzustellen. Es ist sogar von Vorteil wenn man die Präparate selber macht, angepasst an die speziellen Bedürfnisse die einzelne Patienten haben. Die Wirkung der Präparate ist weitaus stärker, wenn man sie selbst herstellt, was auch Hahnemann, der Begründer der Homöopathie feststellte. Bei Durchfällen bei Kälbern hatte ich schon einige Male den Bauern das Herstellungsverfahren mit den benötigten Substanzen (Weidenzweige und Birkenholzkohle) gezeigt, und die Resultate waren sehr gut.

Für diesen Zweck wollte ich versuchen diese neue Medizinkomposition einzusetzen: Chronische Diarrhö.

Mit einer Pflanze als Ausgangspunkt, legt man 10 Gramm Pflanzenmaterial in 100 Gramm 30%igen Alkohol und lässt dies ca. 1 Woche ziehen. Danach siebt man die Mischung und wiegt 10 Gramm davon ab. Dies mischt man mit 90 Gramm Wasser (Verhältnis 1:9 Substanz:Wasser) Diese Mischung füllt man in eine Flasche auf, die groß genug ist dass die 100 Gramm sie ca. zur Hälfte oder 3/4eln auffüllt. Die Mischung wird dann 2,5 bis 3 Minuten kräftig geschüttelt. Es ist von Vorteil die Flasche nicht gegen eine harte Oberfläche zu schlagen. Hahnemann selbst nahm eine in Leder gebundene Bibel um die Flaschen dagegen zu schlagen. Ich habe diese Methode selbst ausprobiert und ein dickes ledergebundenes Buch ist perfekt geschaffen für diesen Zweck. Während diesem kräftigen Schütteln wird die Energie der Pflanze, des Metalls, oder was auch immer man als homöopathisches Medium nimmt, in das Wasser imprägniert. Nach dem kräftigen Schütteln lässt man die Flasche einige Minuten stehen. Man hat nun die D1- Potenz des Präparates hergestellt. Will man mit D1 arbeiten, so sollte man das Präparat konservieren, da wässrige Mittel schnell verderben. Dazu füllt man soviel Alkohol dazu, bis der Alkoholgehalt ca. 30% beträgt. Wenn man weiter zu D2 potenzieren möchte, ist es nicht nötig die D1 zu konservieren. Stattdessen schüttet man 9 Teile davon weg und erstattet diese wiederum mit 9 Teilen Wasser. Danach schüttelt man wieder und wenn das Präparat wieder ein paar Minuten ruhig gestanden hat ist D2 fertig. Will man D2 benutzen, konserviert man es nach der obengenannten Methode. Auf diese Weise kann man nach oben weiter arbeiten.

Am Ende hatte ich die Substanz in einer D12 Potenz. Wie sollte ich sie nennen?

-- Silur --

Der Name war da.

In den darauffolgenden Tagen hatte ich starke ein starkes Gefühl für die Silurzeit.

Ich las darüber.

Eines Nachts träumte ich von ihr, ich sah die alten Wolken die über den Himmel schwebten, die Sonne die ihre Strahlen auf die Erde scheinen ließ und die Sterne der Nacht die ihre uralte stille Sprache sprachen. Ich sah all dies von oben, vor 80 Millionen Jahren. Ich erwachte aus diesen eigenartigen Gefühlen, und die alten Zeiten, in denen die Erde das Sonnenlicht in Unschuld entgegennahm verschwanden. Als die Erde noch ein Altar war, und kein Grab. Als der Mensch selbst nur ein funkelnder Gedanke war.

Es war schwierig wirklich in unsere Zeit zurückzukommen nach diesem Gefühl, diesem Traum…

Viele Jahre später, als ich am Rand eines Schwimmbeckens saß, weit draußen auf dem Land im südlichen Florida, kamen diese Gefühle wieder in mir hoch. Ich war dort um amerikanische Kollegen in der Kunst der Diagnostik anhand des Pulses zu unterrichten. Ich wohnte im Haus der Kursveranstalterin, und genoss ihre Gastfreundschaft in den Nachmittagen und Abenden. Der Tageskurs war zu Ende und ich ruhte. Eine kleine Chamäleon-Eidechse war auf den runden Glastisch vor mir gekrochen, zwischen der Dose des koffeinfreien Diätcolas und der Tasse Grünen Tees. Sie saß reglos, lange. Ein paar Mal blies sie ihre knallrote Kehlblase auf, ließ sie stolz in der Wärme aufblähen, um sie danach in ihre unbewegte Kehle zurückfallen zu lassen. Ansonsten regte sie sich nicht. Dann, langsam drehte sie den Kopf und ihre intensiven Augen fixierten mich. Unergründlich und mit einem Ausdruck den ich nie zuvor gesehen hatte. So saßen wir eine ganze Weile, beide gleichermaßen still. Ich fühlte undenkliche Zeiten, eine Ära von ungeahnten Proportionen in diesen Augen. Die Hitze flimmerte über die braun verdorrten Weideflächen. Die Pferde ließen die Köpfe im Schatten einer Eiche, die mit großen Mengen von Floridamoos behangen war, hängen. Die Kühe lagen und wiederkäuten im Schatten einer anderen Eiche. Eine Spottdrossel ahmte ihre fliegenden Mitgeschöpfe nach, und ich und die Eidechse trafen uns im Blick der alten Zeiten, der uralten Zeiten.

Wieder fühlte ich Silur. –Und die alten Wolken trieben immer noch am Himmel-

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Das Jahr verging.
Wieder hatte ich eine neue Medizin die aus der Pappel gemacht wird entdeckt. Aus der Silberpappel.

Ich hatte einen Quadratzentimeter eines Pappelzweiges genommen und das Stück 10 Minuten in einer Tasse Wasser gekocht. Dieser Tee, täglich über eine längere Zeit getrunken reduziert die Größe einer überdimensionierten Prostata. In den Jahren nach dieser Entdeckung habe ich viele ältere Männer mit schwachem „Strahl“ damit behandelt und die meisten hatten viel Freude an diesem Tee.

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Mir wurde ständig mehr und mehr bewusst, dass ich auf irgendeine Weise Hilfe für meine Therapien bekam. Es war mehr und mehr als ob jemand mir ins Ohr flüsterte. Es konnten Ahnungen sein, als ob ich schon wusste was geschehen würde oder wie ich meine Patienten behandeln sollte. Es konnte sein, dass etwas die Richtung meiner Hand veränderte wenn ich eine Nadel in einen Akupunkturpunkt setzen wollte. Immer öfters hatte ich mich für einen Punkt entschieden, aber als ich die Nadeln setzen wollte war da etwas, das mein Bewusstsein übernahm, und die Nadel wurde woanders gesetzt.

Einmal hatte ich mich dazu entschieden einem Patienten eine bestimmte Medizin zu verabreichen, und war auf dem Weg zum Schrank um sie zu holen. Plötzlich wurde mir schwarz vor den Augen und alles Licht konzentrierte sich auf einer ganz anderen Flasche als der zu der ich mich entschieden hatte. Fast wie ein Schlafwandler nahm ich diese Flasche und gab sie dem Patienten.

Es zeigte sich, dass es die richtige Medizin war.

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